Die Argumente PRO und CONTRA Todesstrafe

Die Todesstrafe schreckt ab und verhindert so Verbrechen.

Es gibt zahlreiche Statistiken, die zeigen, dass sich durch die Todesstrafe Kriminalitätsraten nicht verringern. In den USA haben Staaten mit Todesstrafe eine höhere Mordrate als Staaten ohne Todesstrafe. In Kanada ist die Mordrate nach Abschaffung der Todesstrafe 1976 nicht etwa angestiegen, sondern sogar gesunken. Und die USA haben trotz Anwendung der Todesstrafe eine etwa fünfmal so hohe Mordrate wie wir in Deutschland. Statistisch lässt sich ein abschreckender Effekt der Todesstrafe, der über den einer langjährigen Haftstrafe hinausginge, also nicht belegen.

 

Vergleich der US-Bundesstaaten mit und ohne Todesstrafe

 

Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Täter vorher gar nicht über die Konsequenzen nachdenkt, sich also auch durch das angedrohte Strafmaß nicht abschrecken lässt. Und wenn ein Täter tatsächlich kaltblütig rational seine Tat planen sollte, dann sicher so, dass er davon ausgeht, nicht erwischt zu werden. Auch in diesem Fall schreckt das Strafmaß nicht ab. Und schließlich: Wir wissen alle, dass wir irgendwann sterben müssen, und leben dennoch nicht in permanenter Todesangst. Die haben wir, wenn wir unmittelbar mit einer Waffe bedroht werden. Ein irgendwann in der Ferne auf uns wartender Tod schreckt daher auch im Fall der Todesstrafe nicht wirklich ab.

 

Wer hingerichtet wird, kann nicht zum Wiederholungstäter werden.

Der Schutz der Gesellschaft kann auch dadurch gewährleistet werden, dass man gefährliche Täter in einem Hochsicherheitstrakt unterbringt. Die Rückfallquote bei Tötungsdelikten liegt im übrigen unter drei Prozent. Es dürfte letztlich wahrscheinlicher sein, einem Ersttäter zum Opfer zu fallen, als einem Wiederholungstäter. Natürlich bleibt ein Restrisiko, dass ein Täter in einem Gefängnis ein weiteres Verbrechen begeht, das verhindert würde, wenn man ihn vorher hingerichtet hätte. Dem gegenüber steht allerdings das Risiko, einen Unschuldigen hinzurichten - ein vollstrecktes Todesurteil ist aber nicht mehr rückgängig zu machen.

 

Schon in der Bibel steht: "Auge um Auge, Zahn um Zahn!"

Dieser Satz aus dem Alten Testament ist keine Aufforderung, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, sondern eine Begrenzung der damals üblichen eskalierenden Blutrache: "Wenn du Rache nehmen musst, dann nicht mehr als das, was dir angetan wurde." Gleiches mit Gleichem zu vergelten bedeutet letztlich, es nicht besser zu machen als der Täter - wir vergewaltigen auch nicht den Vergewaltiger oder fügen bei Körperverletzung dieselben Verletzungen zu. Interessantes Zitat: "Why do we kill people who kill people to show that killing people is wrong?" Und schon Gandhi soll gesagt haben: "Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein!"

 

Die Bibel und die Todesstrafe

 

Wenn dein eigenes Kind ermordet würde, würdest du anders denken.

Aus gutem Grund hat der Staat und hat ein Gericht neutral zu sein. Wer selbst betroffen ist, gilt als befangen und darf bei uns kein Urteil fällen, weil eine objektive Bewertung nicht zu erwarten ist. Und bei allem Verständnis für die Ausnahmesituation von Opferangehörigen - es gibt auch unter diesen solche, die die Todesstrafe klar ablehnen. Ein anderer Gedanke dazu: Wie sieht es denn im umgekehrten Fall aus, wenn das eigene Kind nicht zum Mordopfer, sondern zum Mörder würde? Fragt sich, ob der Befürworter der Todesstrafe dann immer noch dafür wäre - dass sein eigenes Kind hingerichtet wird?

 

Journey of Hope - Organisation von Opferangehörigen contra Todesstrafe

 

Ein Mörder sollte nicht noch auf Staatskosten durchgefüttert werden.

Abgesehen davon, dass es schnell zu gefährlichem Gedankengut führen kann, wenn man ein Menschenleben und seinen Wert an finanzielle Mittel knüpft - ein Todesurteil in den USA kostet im Schnitt mindestens das Dreifache dessen, was eine lebenslange Haftstrafe kostet. Das überrascht auf den ersten Blick, und natürlich macht die Hinrichtung selbst die Todesstrafe nicht derartig teuer. Es ist vielmehr vor allem das wesentlich aufwändigere Gerichtsverfahren mit all seinen Berufungen, das die Kosten für die Todesstrafe in den USA zu Millionensummen pro Fall explodieren lässt. Auf die Berufungsverfahren zu verzichten bzw. sie weiter einzuschränken, um Geld zu sparen, verbietet sich von selbst, weil dadurch das Risiko steigt, einen Unschuldigen hinzurichten.

 

Costs of the Death Penalty

Graphische Übersicht über die Kosten am Beispiel Maryland

 

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